Epitaph für Thomas Grüwel
Zur Ausstattung der St. Nikolaikirche in Kremmen gehört das qualitätvolle Epitaph für Thomas Grüwel, das 1708 geschaffen wurde. Das in seiner Originalfassung vorliegende Epitaph ist durch Verschmutzung, frühere Reinigungsversuche, Fassungslockerungen und Verluste sowie durch Anobienbefall und damit einhergehende Zerstörungen gezeichnet. Die einstige Polierweißfassung ist durch zu starke Reinigung geschädigt, so daß von der einst glänzenden Oberfläche der weißen Partien wenig übrig geblieben ist. Die Fassungslockerungen führten zu Verlusten in allen bemalten Bereichen, besonders aber im Schriftfeld. Auf der Empore lagern der untere Abschluß des Epitaphs sowie eine große Skulptur, die durch Anobien stark geschädigt ist.
Den Empfehlungen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege entsprechend soll die Fassung konserviert und gereinigt werden. Eine Kittung der Fehlstellen in den Weiß-und Goldbereichen ist vorgesehen. Im Schriftfeld wird sich die komplette Schrift nicht rekonstruieren lassen. Jedoch ist durch eine Retusche eine große Verbesserung der Lesbarkeit der übrig gebliebenen Bereich zu erreichen. Die Holzsubstanz ist zu festigen und soweit ablesbar sind plastische Ergänzungen vorzunehmen. Die Teile des Epitaph sollen wieder zusammengeführt werden.
Text und Fotos (3): Dipl-Restaurator Dirk Jacob
Um dieses Epitaph vor dem endgültigen Zerfall zu bewahren, benötigen wir dringend finanzielle Unterstützung. Die aufwändige Restaurierung des sehr vom Holzwurmbefall betroffenen Objektes kostet ca. 20 T€. Durch den Denkmalschutz werden wir großzügig unterstützt, trotzdem gibt es noch eine große Lücke.
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Verwendungszweck: 1714-Epitaph
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Wer war Thomas Grüwel?
Thomas Grüwel war der Sohn von Johann Grüwel (1638-1710).
Johann Grüwel war von 1676 bis zu seinem Tod 1710 Bürgermeister von Kremmen. Er hat auch die Bilder des "Apostelchores" gestiftet. Das Epitaph ließ er für das Andenken an seinen Sohn anfertigen.
Es hat laut Kremmener Chronik (auf dem Epitaph selber ist fast es nicht mehr zu erkennen) folgende Inschrift:
"Gott zu Ehren und zum Gedächtnis des edlen und Mann vesten Herrn Thomas Jacob Grüwels, welcher anfänglich sich der Palladi (Pallas Athene = Schützerin der Künste), hernach dem Marti (Mars-Kriegsgott) gewidmet hat. Weil er nun unter Sr. Königl. Hoheit Marggraf Albrecht Regiment zu Fuß sich wol verhalten, ist balt zum Unterofficir gemacht, hernach als er in der Schlacht bey Rameln (Ramilliers 1706) u. der Belagerung vor Niemen und acht gute Proben abgelegt, ist er zum Fenrich designiret, im quartir Achen aber vom Tode durch ein Soldatenfiber in der Blüte seiner Jugend, nehmlich im 22ten Jare hingerißen. Der betrübte Vater Hr. Johann Grüwel gekrönter Poet und Burgemeister alhier hat durch dieses andenken sich trösten und seine Nachkommen zur Tugend anreizen wollw.
Sic vivit post funera virtus. Anno 1708"





